man sieht Daggerdale schon an, dass die Ambitionen von Entwickler Bedlam Games hoch waren. Alle Zutaten eines zünftigen Hack-and-Slash sind vorhanden: Nette Grafik, actionreicher Spielfluss sowie die Jagd nach besserer Ausrüstung und dem nächsten Level (siehe etwa Torchlight oder Dungeon Hunter: Alliance – die funktionieren nach dem gleichen Prinzip). Aber Daggerdale rumpelt auf dem Weg zum guten Spiel durch so viele Schlaglöcher, dass der Karren schließlich liegenbleibt. Die an sich detaillierte Grafik (abgesehen von einigen klumpigen Charaktermodellen) wird durch den grottigen Bildaufbau komplett zunichte gemacht. Pop-Ups, Tearing und Ruckeln – Daggerdale hat alles. Die Story kommt über das klischeehafte »Töte den Oberschurken und alle Schergen auf dem Weg« nicht hinaus und ist trotzdem sehr textlastig. Der Schwierigkeitsgrad ist kaum ausbalanciert. Solo sind viele Kämpfe kein Problem, zu mehrt in der Gruppe werden Bossfights oft frustig schwer. Für einen Titel um 15 Euro ist zudem erstens der Charakterausbau etwas dürftig (eine Handvoll Spezialkräfte pro Charakter) und zweitens die Spielzeit mit sechs Stunden auch nicht gerade episch. Dazwischen ist es schwer, wirklich gelungene Elemente raus zu filtern. Fairerweise sei aber gesagt: Die Jagd nach Loot an sich motiviert auch nicht weniger als in anderen Dungeon-Crawlern und die vier Charaktere spielen sich angenehm unterschiedlich.